Brücken bauen

Es ist gerade eine Zeit des Überganges, des Brückenbauens zwischen allem was ist. Und das geht nicht von alleine, es ist wichtig selbst Verantwortung dafür zu übernehmen. Wir sind alle gefordert etwas dafür zu tun, damit unsere Kinder und Enkel friedlich leben können.

Brücken stehen für Übergänge und die führen bekannter Weise zu neuen Sichtweisen. Gehen wir über eine Brücke betreten wir unbekanntes Terrain und da gibt es viel Neues zu entdecken. Brücken stehen auch für den Kontakt zu anderen Menschen, zu Menschen mit denen wir bisher nichts zu tun hatten, weil sie uns fremd sind, wir nicht wissen, wie wir mit ihnen umgehen können. Oder wir haben Vorurteile anderen Gegenüber, Ängste mit Unbekanntem umzugehen. Geben wir uns gegenseitig die Hand, bauen wir eine Brücke von Mensch zu Mensch. Brücken verbinden zwei bisher getrennte Gebiete, die je nach Blickrichtung die Welt ganz unterschiedlich erscheinen lassen.

Ich habe jetzt richtige Lust andere Perspektiven einzunehmen und aus den Augen anderer blicken zu dürfen. Neue Erfahrungen sammeln. Wahrscheinlich gibt es Einiges, besser gesagt Vieles was ich noch nicht kenne. Sicher werde ich über meinen Schatten springen müssen und manches wagen. Vielleicht korrigiere ich dann auch Ansichten. Erst dachte ich, ich müsse dabei etwas aufgeben, wenn ich mich Neuem zuwende. So als wäre kein Platz mehr für das Alte da. Das kann ich wohl machen, brauch ich aber nicht. Denn was ich bisher erfahren habe, dass  brauche ich nicht beiseite legen, ich kann es nebenher existieren lassen. Ich kann es lieben oder nicht. Aber es ist sowieso da und daran kann ich nicht rütteln. Wichtig ist jetzt, mein Herz für Neues und Fremdes zu öffnen. Es kann sich unbekannt anfühlen und damit ein Stück weit unberechenbar. Jetzt braucht es Vertrauen, sich darauf einzulassen.

Überall werden schon Brücken gebaut.

Mehrgenerationenhäuser entstehen als Brücken zwischen Generationen, behinderte Kinder gehen gemeinsam mit gesunden in den Kindergarten. Menschen schließen sich wieder zusammen, um gemeinsam an Herzensprojekten zu arbeiten. Es geht zurück und zugleich vor zur Einfachheit, zu mehr Menschlichkeit, weil man erkannt hat, dass das die Kraftquelle unserer Zukunft ist.

Es haben sich bereits verschiedenste Gruppierungen mit unterschiedlichen Lebensansichten und Weltbildern angenähert und leben herzlich nebeneinander und miteinander. Niemand braucht sich mehr für den anderen zu verbiegen oder ihm gleich zu tun. Jeder darf sein, wer und was er ist. Denn jeder ist richtig und wichtig. Und die Instanzen unseres Systems, die dies noch nicht verstanden haben, werden es bald ändern müssen. Wir können immer Vorbild sein, indem wir zeigen, dass es geht und vor allem unseren Kindern vormachen, wie es gelebt werden kann. Indem sie nicht korrigiert und diszipliniert werden, indem sie selbst finden dürfen was sie mögen, indem wir sie selbst entdecken lassen, sie sich langweilen lassen, um eigene Ideen zu finden. Sie sollen herausfinden, was richtig ist, ihren einzigartigen Weg finden. Und dies nebeneinander mit der Akzeptanz der Individualität im Denken und Leben anderer Menschen. Diese Kinder werden bald für uns sorgen und unsere Welt lenken. Ich wünsche mir, dass das mit Menschlichkeit und Herzenswärme geschieht.

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Von Herz zu Herz, Hand in Hand, bunt gemischt, sich ergänzend und das Leben bereichernd.


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