LOSLASSEN und ANNEHMEN

Jeder spricht von loslassen. Alle wollen loslassen. Viele raten auch einfach loszulassen. Von nutzlosen Angewohnheiten, schrägen Gedankenkonstrukten, von Personen, die nicht gut tun, …..

Diese Menschen, die nicht gut tun, sind es jedoch oft nicht, die losgelassen werden müssten, eher das, womit man bei diesen Menschen nicht klar kommt. Bevor wir bereit sind etwas loszulassen, geht es uns schon eine ganze Weile schlecht mit einer bestimmten Verhaltensweise, die uns nicht geläufig ist und die wir auch nicht an uns akzeptieren würden. Wir fühlen uns nicht eins damit. Aber warum, das möchte ich herausfinden. Denn es hat etwas mit mir zu tun, sonst würde es mich nicht so stören. Irgendetwas gebe ich damit enorm viel Kraft.

Beim Loslassen, würde ich die Energie nicht mehr in diese Richtung lenken. Ich bräuchte sie nicht mehr dafür. Loslassen heißt also, etwas zu erkennen, sich auszusöhnen und frei davon zu machen. So als würde ein dicker Brocken gefüllt mit Gedanken, Problemen, Ängsten oder Emotionen, einfach abfallen. Der Ballast, den du mit dir herumgetragen hast wäre weg und du bist sofort ganz leicht. Dann hättest du Kraft für Schönes.

Ein Beispiel: Nehmen wir Unpünktlichkeit. Es nervte mich, wenn jemand immer wieder unpünktlich und auf ihn kein Verlass war. Somit war die Unverbindlichkeit mein Problem, obwohl ich mich selbst für sehr verbindlich hielt. Zumindest in eine Richtung, wie ich dann erkannte. Ich habe immer gemacht, was andere gesagt haben, jeder konnte sich auf mich verlassen, nur habe ich das im Umkehrschluss nicht gelebt. Es fiel mir schwer, andere wirklich festzunageln und Verbindlichkeit einzufordern. Diese Erkenntnis hat mir sehr weitergeholfen.

Nun kann es hierbei auch passieren können, dass ich anderen nach meiner tollen Erkenntnis keinen Freiraum lasse, mich auf Biegen und Brechen durchsetzten will und wieder zu viel Kraft in eine andere Richtung investiere. In ein Gegenteil davon. Nur sobald ich unbedingt will, geht die Kraft wieder verloren, sie wechselt nur die Seiten. Da wäre ich nicht leichter, sondern hätte nur die Fronten gewechselt und mir wieder einen fetten Brocken aufgeladen. Mit ähnlichem Müll, wie der zuvor.

Loslassen ist, sich einfach nur leichter machen.

Nur das Eine leeren und nicht Anderes im Ausgleich zu wollen. Wollen heißt immer Energie in eine bestimmte Richtung zu lenken und das stört den Fluss des Lebens. So kann es nicht leicht laufen, wofür es vorgesehen ist. Es ist wie ein Einmischen in laufende Prozesse. Damit legt man sich nach und nach selbst die Stolpersteine und Brockenberge in den Weg.

Dann besser loslassen und leicht sein!


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