SO DECKEN WIR BLOCKADEN AUF

Interessiert sind alle Teilnehmer der Mandala-Workshops, teils mit Erwartungen oder eben ganz offen für Neues. Wie sie sich hier wahrhaftig begegnen können und welche Erfahrungen sie dabei machen werden, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht greifbar. So beginnen wir einfach mal zu malen 🙂 Erst ist es nicht gleich offensichtlich, was im Mandala zu erkennen ist und wie wir uns dem inneren Kind zuwenden können. Zuerst malen wir einen Untergrund, er ist meist die Reinheit selbst, unser inneres Kind also ganz pur. Da sieht man den Schwung und die Leichtigkeit der Teilnehmer, wie es ihnen Freude bereitet, zu spielen, zu drehen und zu experimentieren. Es sieht alles unbefleckt aus.

Es dauert nicht lange, erkennt man bereits Narben, die während der ersten Jahre unserer Kindheit entstanden sind. Auch die werden meist toleriert, zumindest für´s Erste. Irgendwann geht es los und die ersten Korrekturen werden vorgenommen, es soll weicher, leichter und fließender sein. Dabei wird begonnen etwas zu verstecken, was wir nicht an uns mögen oder was wir am liebsten vergessen wollen und nicht annehmen können. Später werden ganz unterschiedliche Konstrukte erstellt, einige mit viel Bewegung, andere ziemlich starr. Beweglichkeit kann Flexibilität bedeuten, aber auch ein Weglaufen. Gerade Linien rufen nach Halt, Menschen die das malen, benötigen diesen starken Halt, ihnen ist es momentan oft zu viel, sie fühlen sich gerade hilflos und klammern sich jeden Strohhalm. Je nachdem, wo im Mandala diese Muster zu finden sind und mit welchen anderen Linien sie in Verbindung stehen, oder aber auch gar nicht verknüpft sind.

Es kann beim Malen ein Weg gefunden werden, wieder mit etwas Verborgenen in Kontakt zu treten. Fällt das leicht oder fühlt man sich damit nicht wohl? Eine weitere Frage ist, wieviel Luft zum Atmen bleibt, wieviel Raum sich jeder gibt, um aktiv zu bleiben. Braucht jemand Halt, ist es sichtbar, ist ein anderer bereit für weitere Schritte, zeigt es sich auch beim Malen. Es kommt nicht nur darauf an, was am Ende dabei entstanden ist. Auch der Weg, wie Lösungen bei Blockaden gefunden werden, ist entscheidend. Klappt manches nicht so wie geplant, kann es auch mal emotional werden, Gefühle schwappen hoch und möchten gelebt und Hintergründe geklärt werden. Es erfordert sogar Mut, Dinge zu tun, die bisher den Lebensweg behindert haben. Trau dich, heißt es dann. Und wenn es nicht die richtige Entscheidung ist, kannst du es wieder ändern. Dann weißt du, dass es nicht der gerade Weg war, sondern ein weiteres Ergebnis auf die Frage: Passt das für mich? Zu wissen, was nicht passt ist eine wichtige Erkenntnis, wäre es nicht probiert worden, bliebe die Frage ein Leben lang offen, eine Ungewissheit.

Beim Malen erkennen wir des Öfteren, dass der Blickwinkel entscheidend ist für die Bewertung unseres Lebens. Es ist erstaunlich wie sich die Sichtweise ändert, wenn wir etwas mit gesundem Abstand betrachten. Mit Pause gewinnen wir oft Zeit, mit ein paar Schritten zurück entfernen wir uns von emotionalen Ausbrüchen und sehen es dabei aus höherer Sicht. Details treten in den Hintergrund und das Wirken für das Große und Ganze wird ersichtlich.

Insgesamt erkennen wir, wie und ob wir fürsorglich mit unserem inneren Kind umgehen, ob wir ihm mit Geduld begegnen, damit es sich zeigen kann. Nicht gleich mit dem Kopf durch die Wand, sondern Schritt für Schritt können wir uns leichter malen. Den hohen Erwartungen, die in uns wüten, brauchen wir nicht mehr in diesem hohen Maße standhalten:

ES GEHT AUCH EINFACH! 

Wir lernen beim Mandala-Malen, uns eine starke stabile Mitte zu erarbeiten, auf die wir bauen können, damit uns nicht jedes Lüftchen umhaut. Da herum gestalten wir eine der aktuellen Lebensphase passende Struktur, finden Möglichkeiten, wie wir mehr und mehr Standhaftigkeit im Leben erlangen können. Vieles davon geschieht bereits ganz unbewusst, wenn wir erkennen, wo ein Problemchen ist, haben wir hier die Möglichkeit, neue Wege zu erschaffen und beginnen sie bereits beim Malen, auch im realen Leben zu gehen.

Nächster Workshop deinem Inneren Kind zu begegnen:

14./15. Oktober

Diese Beispiele, die ich im Text oben aufgeführt habe, treffen oft, aber nicht bei allen Personen zu. Bestimmte Muster haben bei unterschiedlichen Personen und im jeweiligen Zusammenhang auf dem Lebensweg immer eine einzigartige Bedeutung. Daher können die Beispiele im Text darüber nicht eins zu eins bei der Interpretation auf dein eigenes Mandala übernommen werden. Es gibt deutlich mehr Kriterien bei der Deutung! Es ist jedes Mal ein ganz individuelle Interpretation für den Menschen, seine Vergangenheit und derzeitige Situation.

 

Die Arbeit mit dem inneren Kind klingt sehr spielerisch, so wie der Name es sagt. Aus diesem Grund ist diese Arbeit mit dem Inneren Kind sehr beliebt. Und wer möchte nicht…

DIE WELT MIT KINDERAUGEN SEHEN

… und die Leichtigkeit, Spontanität und Einfachheit aus Kindertagen wieder leben und fühlen können! Die Arbeit mit dem inneren Kind ist ein „liebevolles“ Modell in der Psychotherapie, mit sich wieder in Kontakt treten zu lernen. Doch es ist eben auch Arbeit und erfordert ein Quäntchen Mut und Blick über den Tellerrand.

Eins ist klar. Du hast die Chance, die Sicht auf deine Kindheit zu ändern, Geschehenes anzunehmen und deinem Inneren Kind jetzt ganz fürsorglich genau das zu geben, was dir dein Leben lang gefehlt hat. Diese Liebe, Zuneigung und das Verständnis für dein persönliches einzigartiges Wesen mit all seinen Bedürfnissen und Wünschen. Denn…

„ES IST NIE ZU SPÄT, FÜR EINE GLÜCKLICHE KINDHEIT“.

Dabei geht es darum, denen zu vergeben, die dir nicht geben konnten, was du gebraucht hast. Zu dieser Vergebungsarbeit gehört die Akzeptanz aller eigenen Dinge, die du bisher getan hast und vielleicht nicht oder nur teilweise akzeptierst. Es ist ein Zugeständnis, nicht alles perfekt gemacht und doch immer das Richtige getan zu haben. Die Toleranz dir selbst gegenüber, ein Mensch mit Stärken und Schwächen zu sein und auch andere Menschen mit ihren Macken zu akzeptieren. Denn auch diese Menschen tun, was sie können, je nach dem, was auch sie in ihrer Kindheit erfahren haben und wie es ihnen heute möglich ist, es selbst zu reflektieren, ob sie Kraft dafür haben oder noch länger in ihrer Unbewusstheit verweilen.

Mit Kinderaugen zu schauen bedeutet:

– einfach zu sein

– aus dem Moment heraus zu handeln

– und in Zusammenarbeit mit dir als Erwachsenen verantwortungsvoll für dein Leben zu handeln.

Deinem inneren Kind begegnen

Ein Experiment, zu dir zu stehen und deinem inneren Kind liebevoll in die Augen zu schauen. Zu spüren, was es braucht, mit ihm zu kommunizieren und es anzunehmen.

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