Flora auf der Suche nach ihrem Stil

… Eine Begegnung mit dem inneren Kritiker …

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Flora macht sich gerade wieder auf eine spannende Reise. Diesmal möchte sie den geheimen Raum in sich finden, wo geschrieben steht, was ihr eigener Malstil ist. Was genau sie wie genau malen muss, um zu sein, wer sie ist. So wie die anderen das alle machen, ganz locker flockig… aus dem Herzen heraus soll es einfach kommen… Irgendwo in ihr ist ja dieses Buch, ich glaube es wird DAS BUCH DES LEBENS genannt und ein Kapitel darin heißt:

Anleitung für Einzigartigkeit!

Was würde Flora jetzt dafür geben, nun endlich ihren eigenen Stil zu entdecken. Wie lange würde es noch dauern…… Sie ist schon eine lange Zeit unterwegs. Dann plötzlich!!! Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, nun soll es geschehen. Sie erkennt von Weitem ein großes leuchtendes Tor. Flora freut sich und sprintet mit riesigen Schritten über die grüne Wiese direkt drauf zu. Endlich angekommen und völlig aufgeregt, was sich wohl dahinter verbergen würde, steht sie jetzt direkt vor der Tür. Sofort nimmt sie die Klinke in die Hand und…  die Tür ist verschlossen. Sie rüttelt und schüttelt, sie hüpft und sie fleht… aber nichts tut sich. Fest verschlossen und still…

Oje, wie schade… Es fehlt ihr einfach der passende Schlüssel zum Glück, um in die geheimen Räume eintreten zu dürfen. Dabei möchte sie doch einfach nur wissen, was sie tun muss, um so zu malen, dass sie wahrhaftig sie selbst ist. Einfach perfekt authentisch. Bei anderen erkennt sie den persönlichen Stil natürlich auf Anhieb, aber bei sich selbst argumentiert sie innerlich eher kritisch. Das steigert sich bis dahin, dass sie sich nicht gut behandelt und sich sogar ziemlich runterputzt…

“Ich male sooo gern, aber nicht schön genug.”,

“Ich kann immer nur Blumen malen, Fauni hat so unglaublich viele Ideen, ich bin langweilig.”,

“Mich erkennt man im Bild nicht, ich habe einfach keinen Stil.”,

“Ich finde toll wie Fauni Tiere malen kann, ich kann das nicht, solche Ideen sind in mir nicht angelegt.”

….

Sie ist vollkommen erschöpft von den eigenen Worten, die sie auf diese derbe Art und Weise, zu sich selbst spricht. Woher kommen diese bösen Sprüche in ihr bloß? Warum tut sie sich das an, wenn sie doch eigentlich gut für sich sorgen möchte. Sie könnte ein ganzes Buch damit füllen, vielleicht sollte sie besser schreiben als malen, denn Stoff gibt es genügend.

Ihr erstes Buch hieße dann:

Die gemeinsten Sprüche zu dir selbst – wie  beleidige ich mich am trefflichsten“.

Wer ist dieses kleine aufdringliche Kerlchen, das sich immer genau zu Beginn des Malens mit drohendem Zeigefinger auf Floras Schulter setzt und diese Sprüche sehr zielsicher in ihr Ohr plappert?

Flora sitzt traurig in der Ecke und weint viele viele tausend Tränen, einen ganzen Fluß könnte sie bereits damit füllen. Doch plötzlich, ganz in ihrer Trauer versunken, erscheint ihr vor dem inneren Auge ein Spruch, den sie schon einige mal gelesen hatte und dachte ihn auch verstanden zu haben. Albert Einstein soll sich den ausgedacht haben und schließlich war das ein schlauer Typ:

“Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.”

Der Spruch kam ihr jetzt sicherlich nicht aus Zufall in den Sinn, deshalb war sie nun bereit, etwas anders zu machen als bisher. Flora beschließt mit dem Kerl auf der Schulter beim nächsten Malkurs zu sprechen, um herauszufinden, warum er überhaupt da ist. Sie beginnt gleich mit der Suche nach neuen Fragen, andere als zuvor, die Frage nach dem “Was willst du schon wieder, lass mich in Ruhe!” hatte bisher nicht gefruchtet. Außerdem hatte sie es satt, immer und immer zu kämpfen. So fragte sie:

“Hey du, was treibt dich an?

Wozu habe ich dich einst gebraucht, wozu hat es mir gedient?

Was nährt dich seitdem?

Was versteckt sich hinter den mahnenden Worten in Wahrheit?

Wobei kannst du mir heute noch dienen?

Wie können wir miteinander auskommen?

und:

“Warum du jetzt beim Malen trotzdem einpacken und die Bühne verlassen darfst!”

Frage für Frage und Millimeter für Millimeter rutscht der Schlüsselbart in das Schloss und die Tür zu ihrem Herzen beginnt sich zu öffnen. Flora ist angekommen:) Sie fühlt eine gute Kraft. Die Kraft der Wahrheit, alle Kristallfarben sind eins, ganz rein, befreiend und schön <3

Mit dem Wissen, wozu der kleine Kerl zu ihr gekommen ist, kann sie mit ihm nun in Kontakt sein, ihn nach und nach besser verstehen und für seine Anwesenheit danken.

ICH DANKE DIR <3