Kunsttherapie mit Kindern

Die Arbeit mit Erlaubnissen

Was sind Erlaubnisse?

Erlaubnisse sind unsere eigenen Lebensregeln. Sie beinhalten die Art und Weise, wie wir gelernt haben zu denken, zu handeln und unsere Umwelt zu erleben. Darin befinden sich gute Strategien für ein erfolgreiches und glückliches Leben, aber leider auch viel Destruktives, wie Verbote und  Einschärfungen in der kindlichen Entwicklung und die uns übergestülpten gesellschaftlichen Normen. Je nachdem, in welchem Umfeld ein Mensch aufgewachsen ist und wie er gelernt hat damit umzugehen, so prägt sich seine Lebensweise. Mit viel Glück wurde er so erzogen, immer offen zu prüfen, ob das mit der eigenen Sichtweise übereinstimmt. Oft jedoch schaut es anders aus. Regeln werden angenommen, weil es sie gibt, weil jeder sie so macht, es schon immer so war oder früher auch so ging. Erlaubt man sich nun Dinge anders zu betrachten, neu zu prüfen, ob die Regeln noch stimmen, dementsprechend flexibel und selbstbestimmt lebt der erwachsene Mensch.

Erlaubnisse sind also häufig Erkenntnisse, die sich aus Verboten ableiten lassen. Z.B. die Erlaubnis: ICH DARF EIGENE GEFÜHLE HABEN!, welche im Alter von 18 Monaten und 3 Jahren geprägt wird, kann durch eine Regel in der Familie verboten worden sein. Eine Regel, die einem Kind in diesem Alter nicht erlaubt hat, offen seine Gefühle und Emotionen auszudrücken. Vielleicht die Wut, die im Trotzalter bestraft wurde, der kein Raum für bedingungslosen Ausdruck zustand. Solch ein Erwachsener wird wohl kaum in der Lage sein, all seine Gefühle, wie Wut, oder Trauer oder Freude……. offen zu zeigen. Um das rückgängig zu machen, beziehungsweise zu ändern, braucht es die Erlaubnis: ICH DARF MEINE GEFÜHLE OFFEN ZEIGEN.

Und wo kommt diese Erlaubnis nun her?

Bei meiner Arbeit direkt aus dem Malprozess 😀 Traut sich solch eine Person seine Gefühle aufś Papier zu bringen, ist das der Anfang, sich auf die eigenen Gefühle einzustimmen. Das passiert, wenn sie malt, ohne ein Ergebnis zu erwarten, oder auch mal was gaaanz Böses malt… usw…. und irgendwann macht’s KLICK im Kopf, manchmal ganz schnell oder auch noch später. Es wird in dem Moment wirklich bewusst und der Drang es zu ändern ist zielführend, sich im Leben diese Erlaubnis zu geben. Aktiv im Alltag beginnt die Person eine Änderung herbeizuführen. Dann ist alles möglich

Kinder und Erlaubnisse

Es wird immer wieder so sein, dass wir unseren Kindern Regeln beibringen, die an sich nicht hilfreich sind. Das resultiert aus unserer eigenen Unbewusstheit, den nicht bearbeiteten eigenen Problemen, die einfach ungefiltert weitergegeben werden. Wenn auch nicht mit Absicht, aber trotzdem wird es zum Ballast des Kindes. Zu jeder Zeit im Leben, bei Kindern uns Erwachsenen, kann eine Änderung im Mindset herbeigeführt werden, wenn man das auch wirklich möchte. Ich führe die Malteilnehmer immer wieder an die Entwicklungsphasen heran und je nachdem, was gerade auf dem persönlichen Plan steht, nehmen sie sich automatisch eine bestimmte Aufgabe zum Thema. Und an der sind sie nun dran, auch wenn das gerade bei Kindern auch nicht bewusst geschieht. Das kann man sich in der Praxis so vorstellen: Unser Unterbewusstsein, wo das meiste von uns im Verborgenen liegt (vorallem die Muster, die an sich selbst nicht verstanden werden) denkt in Bildern. Wir malen unseren aktuellen Zustand und mit der Änderung im Bild, wird dem UB ein neues heilsames Signal gegeben. Es werden also Muster geändert, aber nicht auf gedanklicher Ebene, sondern viel tiefer, wo Veränderung erst möglich ist und zu einem anderen Verhalten führen kann.

In unseren Kinderkursen

1. In den ganzheitlichen Kinderkursen malen wir gemeinsam in 3 Gruppen mit max. 7 Kindern an je 6 Terminen einmal im Monat. Im Bild unten ist zu sehen, aus welchen Elementen sich die einzelnen Termine zusammenstellen. Wir beginnen an der Basis bei Punkt 1 und wandern nach unten.

2. Wir hören Fantasiegeschichten, erzählen was uns bewegt und verankern Lösungen mit Hilfe der Aktivität des Körpers im Bild. Nun klingt das sehr anspruchsvoll. Für die Kinder ist es genau so aufbereitet, wie es jedes einzelne für sich verstehen kann. Das ist sehr individuell und bedarf keines Vergleiches.

3. Bilder bleiben bei uns wertfrei. Jedes Kind ist individuell, so ist es auch sein Bild und sein Selbstausdruck. Ein persönlicher Stil entwickelt sich, wenn das Kind nicht gelenkt, sondern in seiner Art liebevoll begleitet wird. Das betrifft nicht nur den Stil beim Malen, es zeigt sich in allen Bereichen der kindlichen Entwicklung.

4. Je nachdem, welche Entwicklungsmöglichkeiten ein Kind innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen hat, wird es als Erwachsener ein für sich authentisches Leben in Selbstbestimmtheit führen. Erwachsene haben später die Möglichkeit sich lenken zu lassen oder selbstverantwortlich Lenker der eigenen Realität zu sein. Eine gute Basis für einen selbstbewussten und seelisch gesunden Menschen setzen wir in seiner Kindheit.